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Erstmals Ausschnitte der Karte des Friedensvertrags von Brest-Litovsk 1918 veröffentlicht

Einen Ausschnitt aus dieser Karte veröffentlicht

 

Meines Wissens zum ersten Mal seit Unterzeichnung vor 100 Jahren hat jemand Teile der Karte des Friedensvertrags von Brest-Litovsk vom 3.3.1918 zwischen dem sowjetischen Russland  einerseits und dem Deutschen, Habsburger, Osmanischen Reich sowie Bulgarien andererseits veröffentlicht. Und zwar im   Журнал Белорусского государственного университета. История

Ich habe meine Veröffentlichung zum Anlass genommen, in einem russischsprachigen Aufsatz zu analysieren,
a/ warum diese Karte nie veröffentlicht wurde, obwohl sie integraler Bestandteil des Friedensvertrags war
b/ welche Fehler sich aufgrund der Geschiuchtsschreibung vor allem in die deutschsprachige Geschichtsschreibung eingeschlichen haben
c/ welche Auswirkungen es hatte, dass die Belarus für die Mittelmächte ein „Nicht-Ort“ war.

Zitierweise

Зиберт Д. Карта из приложения к Брест-Литовскому мирному договору: причины неопубликования и ошибки в интерпретации текста документа в немецкоязычной историографии // Журн. Белорус. гос. ун-та. История. 2018. № 2. C. 48-56

Zibert, Diana [Siebert, Diana]: Karta iz priloženija k Brest-Litovskomu mirnomu dogovoru: pričiny neopublikovanija i ošibki v interpretacii teksta dokumenta v nemeckojazyčnoj istoriografii // Žurnal Belorusskogo gosudarstvennaja universiteta. Istorija 2018, N° 2, S. 48-56

Siebert D. Map from the Treaty of Brest-Litovsk supplement: reasons for unpublishing and mistakes in the interpretation of document in German historiography. J. Belarus. State Univ. Hist. 2018. No. 2. P. 48-56 (in Russ.).

 

Artikel im Беларускі Гістарычны Агляд über die Einrichtung von Standesämtern in der SSR Belarus ab 1920

In der Zeitschrift Беларускі Гістарычны Агляд – 2017 Т.24 erschien mein Artikel
„Дыяна Зіберт. Установа аддзелаў ЗАГС у ССРБ: грамадзянізацыя і індывідуалізацыя праз устанаўленне парадку.“
über die Verstaatsbürgerlichung und Individualisierung durch die Einrichtung von Standesämtern in der SSR Belarus ab 1920.

Zentrale Aussage des Artikels ist, dass man zwar durchaus berechtigterweise bei der Geschichte der Sowjetunion und daher auch der Sowjet-Belarus an die Errichtung einer Massengesellschaft denkt; aber parallel wurden Frau und Mann durch ein  von Anfang an errichtetes Verwaltungsorgan, nämlich die Standesämter mit dem Institut der Zivilehe (und auch durch die Ausgabe von Inlandspässen und sogar durch Volkszählungen) nun auch als Einzelpersonen definiert.

Inhaltsverzeichnis dieser Ausgabe der Zeitschrift: http://www.belhistory.eu/category/2017-t-24-ssh-1-2/

6. März 2017, Köln: Vortrag&Diskussion zu 100 Jahre Februarrevolution

Im Friedensbildungswerk Köln

„Die Februarrevolution 1917 – Auftakt zum Ende des Ersten Weltkriegs“

Mo 06.03.2017 / 19.00 – 21.45 Uhr, Obenmarspforten, Köln

Das Friedensbildungswerk schreibt: Vor hundert Jahren wurde das Russische Reich von Streiks und Demonstrationen erschüttert. Die Menschen hungerten im dritten Kriegsjahr. Der Schrei nach Brot führte zu Plünderung von Lebensmittelläden und innerhalb weniger Tage am 8. März 1917 zur Abdankung des Zaren. Eine neue Provisorische Regierung und die Duma bereiteten allgemeine Wahlen vor. In zunehmender Konkurrenz beanspruchten auch die Räte (Sowjets) die Macht im Lande. Nichtrussische Nationen – Finnland, Polen, Ukraine bereiteten eigene Staatsgründungen vor.
Die Armeeführung konnte bald Weiterlesen

29.11. im Lew Kopelew Forum: Im Schatten Polesiens

Di., 29.11.2016, 19.00 Uhr, Lew Kopelew Forum, Neumarkt 18a, 50667 Köln
Im Schatten Polesiens: Herrschaftstechniken im Sumpf und ihre Reichweite.“
Ein Projekt    

Die belarussisch-ukrainische Grenzregion Polesien war Kriegsschauplatz und Frontabschnitt des Ersten Weltkriegs. Der westliche Teil gehörte von 1921 bis 1939 zu Polen, der östliche zur Sowjetunion. Von 1939 bis 1941 besetzte die Sowjetunion auch den westlichen Teil als ein ihr im Hitler-Stalin-Pakt zugestandenes Gebiet.
Einheimische wie Nichteinheimische nahmen Polesien in dieser Periode ganz verschieden wahr:

die einen als pittoresken Gegenstand von Landschaftsmalerei, andere als Torfausbeutungs-Gebiet; die einen als eine dünn besiedelte Region, sogar als sumpfige terra non grata, andere als Region jüdischer Shtetl. Polesien wurde auch als ur-ukrainische, ur-belarussische, ur-slawische Landschaft projiziert. Wie haben Lern- und Wissenstransferprozesse in dieser Zeit die Handlungsanweisungen und Raumkonzepte der jeweils Herrschenden beeinflusst? Welche Widerstands-, Unterordnungs- und Aneignungsstrategien entwickelten einheimische Bewohner der Städte, Schtetl und Dörfer gegenüber den ihnen begegneten Kriegs-,

Verwaltungs-, Besiedlungs-, und Modernisierungs- , kurz: Herrschaftstechniken?
Polesien war in dieser Zeit eine Region zwischen Aufeinanderprallen und Zusammenarbeit, zwischen Anziehung und Abstoßung, zwischen Terror und Normalität, zwischen Territorialisierung und neuer „Verwilderung“, zwischen Ver- und Entsicherheitlichung, zwischen Zuschreibung zum Anderen und zum Eigenen.

Dr. Diana Siebert, Universität Siegen, vormals Geschäftsführerin des Lew Kopelew Forums, berichtet über das vom Herder-Institut Marburg koordinierte Projekt „Polesien als Interventionslandschaft“.
Katharina Heinrich, Journalistin, Historikerin, Beirat des Lew-Kopelew-Forums, leitet Gespräch und Diskussion.

Mehr über das Projekt in belarussischer, deutscher, englischer, polnischer, russischer und ukrainischer Sprache: https://www.herder-institut.de/forschung-projekte/laufende-projekte/polesien-als-interventionslandschaft-raum-herrschaft-technologie-und-oekologie-an-der-europaeischen-peripherie-1915-2015/palesse-jak-landshaft-umjashalnictva.html

UKB: 5,- € / 2,5 € LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger